Stickprojekt in Laghmani

Sticken ist ein traditionelles über die Grenzen Afghanistans hinaus bekanntes Kunsthandwerk, das in den langen Kriegsjahren zunehmend vernachlässigt wurde und fast in Vergessenheit geraten ist.

Mit dem Stickprojekt soll an diese Tradition angeknüpft werden. Angeknüpft wird damit auch an das Frauenzentrum Laghmani, das von der DAI in den Jahren 2003 und 2004 am Ort betrieben wurde.

Ziel ist es, den Frauen zu vermitteln, dass sie mit der Fähigkeit, sticken zu können, etwas Wertvolles beherrschen, womit sie(zumindest zukünftig) auch ihre Existenzbestreiten können.

Die Wertschätzung für und das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sollen wachsen. Die Frauen sticken mehreren Stunden an einem Quadrat, dessen Muster sie selbst entworfen haben. ... 

Quelle und weitere Informationen: http://www.deutsch-afghanische-initiative.de/

Mit jedem verkauften Quadrat - in unserem Fall also Kissen - geht immer eine Unterstützung für die Frauen in Afghanistan einher (zwischen 5 und 7 Euro).

Anmerkungen zu „Verborgene Schätze“

Suche ich eine Annäherung an ein mir fremdes Land und seine Menschen, so versuche ich zunächst Märchen dieser Völker zu finden, die Volksmärchen am besten, solche die von Mund zu Mund über Generationen weiter gegeben wurden. -  Auch Legenden oder Fabeln helfen mir weiter. Auf diese Weise ist es mir immer wieder gelungen ‚Verwandtschaften’ zu entdecken  -  ich fühle mich auf eine wunderbar beruhigende Weise – als Frau besonders den Frauen  - näher.

Da ich von klein auf  Märchen aller Völker besonders gerne gehört und später auch selber gelesen habe, sind sie mir sehr vertraut und lieb. Immer wieder können sie ein Anhaltspunkt sein, sie können Beziehungen erklären, sie haben klare Aussagen – gut ist gut und wenn etwas schlecht verläuft folgt die konsequente Auflösung zum Guten.  Und am Schluss: „Wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.“

Bei meinen Überlegungen zu der ‚Afghanistan Inspiration’ ist es mir wieder in den Sinn gekommen nach Märchen zu suchen. -  So verschieden unsere Kulturen auch sind, unsere Religionen, unser Alltag – da gibt es keine messbare ‚Schnittmenge’  - aber, lesen wir die Märchen, da  gibt es die gleichen Grundthemen. Wie eben überall auf dieser Erde. - Suchen wir das Verbindende, so finden wir ganz viel – suchen wir das Trennende, auch da finden wir ganz viel – lassen wir das Letztere bei Seite und wenden uns dem Verbindenden zu!

Ein Märchenbuch fand ich nicht auf  Anhieb. Aber, im Zeitalter des Internet wurde ich im Netz fündig. Märchen und Fabeln in gebrochenem Deutsch schriftlich nacherzählt von einem Vater für seine Kinder. Erinnerung an die vergangene Kindheit in Afghanistan, an die Erzählabende im Winter.  Und wieder: die Handlungen der Märchen sind  ähnlich denen unserer Volksmärchen - die Motive sind die gleichen - die menschlichen Werte sind die gleichen – gut und böse werden gegeneinander gesetzt und es entwickelt sich zum Guten und, und, und.

In meiner textilen Arbeit habe ich Zitate dreier Märchen aus Afghanistan und solche von drei Märchen der Sammlung der Brüder Grimm herausgesucht und ‚verborgen’ in den Filzfalten. Man darf sie herausziehen und lesen... aus welchem Märchen stammt das Gelesene? Das Zitat kenne ich doch!

 

 


 

 

  Textilatelier Sabine v. Dryander - Bochum - TEL.: 0234 430380 - Email: dryander@tex-t-kunst.de